SKOLL statt Abstinenz  

SKOLL statt Abstinenz

Neues Angebot der Fachambulanz für Suchtkranke

Die Fachambulanz für Suchtkranke des Caritasverbands Wiesbaden-Rheingau-Taunus erweitert ihr Angebot: Im Selbstkontrolltraining (SKOLL) sollen Menschen mit einem schädlichen Konsum den verantwortungsbewussten Umgang mit ihrem Suchtmittel erlernen. Der erste Kurs startet am Mittwoch, den 07. Juni und dauert bis zum 10. August. Interessenten können sich bis zum 05. Juni telefonisch verbindlich anmelden unter 0611/3 41 17 60.

Das Selbstkontrolltraining besteht aus zehn Gruppensitzungen à 90 Minuten, die jeweils bestimmten Themen wie Risikosituationen, Stressmanagement, Rückschritte und Krisen, soziales Netzwerk und unterstützende Personen oder Freizeitgestaltung und Ritualen gewidmet sind. „Das Angebot ist nicht abstinenzorientiert“, erklärt Tanja Rauh, Suchttherapeutin und SKOLL-Trainerin. „Das ist ein deutlicher Unterschied zu unseren bestehenden Angeboten. Das Ziel ist stattdessen, den schädlichen Konsum und damit die Gefahr einer Suchtentwicklung erheblich zu verringern.“

Wichtig ist, dass die Teilnehmer noch nicht abhängig sind, sondern einen schädlichen Konsum aufweisen – eine Unterscheidung, die im Vorfeld nicht immer leicht zu treffen ist, da die Übergänge fließend sind. Es kann aber auch ein Erfolg sein, wenn einem Teilnehmer klar wird, dass eine Abhängigkeit vorliegt und andere Maßnahmen ergriffen werden sollten. „Wir erwarten, dass die meisten wegen Alkohol und Nikotin zu uns kommen werden“, meint Lara Espenhain, die zweite Suchtberaterin für SKOLL. „Aber Menschen, die an ihrem Medikamenten- oder Cannabiskonsum etwas ändern möchten oder deren Problem ein erhöhter Medienkonsum ist, sind bei uns genauso richtig.“

Da der Erfolg des Programms bereits wissenschaftlich nachgewiesen ist, übernehmen die Krankenkassen in der Regel im Rahmen der Gesundheitsprävention einen Teil der Kosten. Darüber hinaus fördert die ARD Fernsehlotterie SKOLL mit 60.415 Euro für drei Jahre. Die Fortbildung der Suchtberaterinnen und -berater für das das Selbstkontrolltraining hat die Caritasstiftung in der Diözese Limburg mit 5.000 Euro finanziert.