Schüler der Riehlschule engagieren sich in Biebrich  

Müll sammeln fürs Taschengeldprojekt

Schüler der Riehlschule engagieren sich in Biebrich

Einmal die Woche treffen sich sieben Schülerinnen und Schüler einer neunten Klasse der Riehlschule nach dem Unterricht regelmäßig für zwei Stunden, um auf den Flächen in den Wohnquartieren der Gemeinnützigen Wiesbadener Wohnbaugesellschaft (GWW) achtlos weggeworfenen Müll aufzusammeln. Begleitet werden sie von Teamleiter Frank Schröder vom Caritasverband, dem Träger des Projekts. Etwa einhundert Hektoliter Abfall sind dabei hochgerechnet in den letzten neun Monaten zusammen gekommen. „Die 10-Liter-Eimer reichen nicht aus“, berichtet ein Schüler. „Wir müssen auf jeder Tour ungefähr drei- oder viermal die Eimer ausleeren.“ Größeren Müll melden sie, wie zum Beispiel das angekettete Fahrrad ohne Räder oder die Matratze vor einem Haus.

Im Rahmen des Projekts der GWW bessern sich die Schülerinnen und Schüler ihr Taschengeld auf und  - alle sparen das Geld. „Ich habe mir einen Computer gekauft“, berichtet ein Schüler. „Und jetzt spare ich wieder.“ Sein Mitschüler ergänzt: „Es ist einfach ein gutes Gefühl, selbst Geld zu verdienen und sich davon etwas kaufen zu können. Auch was größeres, nicht nur Süßigkeiten.“

Das Geld ist aber nicht der einzige Ansporn für das Engagement. „Mich ärgert, dass alle immer nur auf die Jungen schimpfen und sagen, wir würden alles dreckig machen“, erklärt einer der Schüler. „Wir wollen zeigen, dass wir auch anders können.“ Außerdem haben ist die Gruppe inzwischen zu einer gut funktionierenden Einheit zusammen gewachsen, die die Arbeit bei Wind und Wetter angenehmer macht. „Ich komme gerne her. Wir lachen immer viel zusammen und haben viel Spaß.“ So ist die Gruppe sogar in der Woche der Prüfungen für den Hauptschulabschluss gemeinsam losgezogen, obwohl ihnen in diesem Fall freigestellt war, zu kommen oder nicht. „Das war sogar eher gut. So konnten wir uns direkt über die Prüfungen unter-halten“, meint eine Schülerin. Und auch für die Suche nach einem Ausbildungsplatz rechnen sich die Jugendlichen mehr Chancen wegen ihres Engagements aus. „Wir haben so schon bewiesen, dass wir arbeiten können und wollen“, meinen sie. „Vielleicht wird das bei den Bewerbungen berücksichtigt.“

Auch bei Caritasverband und GWW ist man vom Einsatz der Jugendlichen überzeugt, aber auch ein bisschen überrascht. „Wir sind beeindruckt, wie zuverlässig und regelmäßig die Schüler ihrer Arbeit nachkommen, damit haben wir zu Beginn nicht unbedingt gerechnet“, meint Walter Barth vom Caritasverband. „So ist das Taschengeldprojekt ein Gewinn für die GWW, die Schüler und natürlich die Anwohner.“ Es ist sogar ein solcher Gewinn, dass Hermann Kremer, Geschäftsführer der GWW auch die Ausweitung des Projekts auf andere Stadtteile für möglich hält.