BauHof in Biebrich  

Familien stärken – den Alltag gemeinsam gestalten


Unbürokratische Hilfe im Alltag, bei Erziehungsproblemen oder bei Auffälligkeiten in der Schule – der BauHof konnte sein Angebot für Familien im BauHof erweitern. Neue niederschwellige Gruppen- und Einzelangebote bieten vielfältige Unterstützung und werden bereits gut angenommen. Besonderes Augenmerk wird auch auf die Arbeit mit den Vätern gelegt. Gefördert wird das Projekt aus Mitteln der ARD Fernsehlotterie.
 

„Bisher waren unsere Kapazitäten zur Beratung von Familien begrenzt“, sagt Walter Barth, Einrichtungsleiter im BauHof. „In den Integrationskursen oder anderen Angeboten ist deutlich geworden, dass Bedarf für eine tiefergehende Unterstützung bei Erziehungsproblemen besteht; insbesondere bildungsferne Eltern mit und ohne Migrationshintergrund sind oft in ihrem Erziehungsauftrag überfordert, die Hilfssysteme sind nicht niederschwellig genug, die Hürden für viele moslemische Frauen zu hoch. Durch das neue Projekt können wir hier jetzt aktiver sein und z.B. auch Vätern, die bislang von unseren Angeboten nicht erreicht werden einen Treffpunkt bieten.“


„Familien stärken – den Alltag gemeinsam gestalten“ heißt dieses neue Projekt. Dahinter verbirgt sich eine Vielzahl von schnellen und unbürokratischen Hilfsangeboten für Familien im Alltag, bei Erziehungsproblemen und Auffälligkeiten in der Schule. Die Ansprechpartner sind die Dipl.-Psychologin Rut Scholz und Klaus Dengler.

Er kümmert sich dabei um die Angebote für die Väter, die ermutigt werden sollen, sich mehr an der Erziehung und der Hausarbeit zu beteiligen. Es gibt einen offenen Treffpunkt für Väter, eine Kochwerkstatt, Gruppenangebote für Väter mit Kindern und eine offene Sprechstunde, die Vätern Beratungshilfe bietet. „Wir möchten für die Väter allein oder mit ihren Kindern Aktivitäten anbieten“, erklärt Klaus Dengler. „Die Väter kochen und essen später mit den Kindern. Für das Frühjahr ist ein Steinbildhauerkurs geplant, eine Vater-Kind-Spielzeit, klettern im Kletterturm, Ausflüge oder einfach mal zusammen Fußball gucken. Darüber möchte wir dann auch ins Gespräch kommen über die Rolle der Väter in der Familie.“ Die Angebote sind bisher zu seiner Zufriedenheit angenommen worden. Beim ersten Kochtermin waren immerhin sechs Väter dabei. „Das ist aber noch ausbaufähig“, sagt Klaus Dengler. „Es wird sich noch besser herumsprechen und dann werden auch noch mehr kommen. Für die Väter ist es ja auch schön, einen Rückzugsraum für sich allein zu haben. Das Angebot wird im Frühjahr ausgeweitet, wenn wir mehr draußen machen können.“


 

Generell ist es schwieriger an die Väter heranzukommen. Obwohl viele von ihnen sich durchaus im Haushalt und bei der Erziehung beteiligen, wollen sie oft nicht, dass Menschen außerhalb der Familie das wissen. Für die Väterangebote im BauHof ist es deshalb auch wichtig, die Frauen zu mobilisieren, um an die Väter heranzukommen.

Die Angebote für Frauen und Familien übernimmt zum größten Teil Rut Scholz. „Es ist leichter an die Frauen heranzukommen“, sagt sie. „Frauen sind bildungsorientiert, auch um die Kinder bestmöglich zu unterstützen. Auch wenn die Männer mit anfassen, bleibt doch der Großteil der Erziehung und des Haushalts an den Frauen hängen. Es ist auch in ihrem Interesse, die Väter stärker zu involvieren.“ Angeboten werden eine offene Sprechstunde zum Thema Kind und Familie, Elternberatung, Kind und Schule, ein offenes BauHof-Café mit Themengestaltung rund um Schule und Erziehung, gesunde Ernährung nach Eltern-wünschen. Vorbereitet wird auch ein Elterntreff für „starke Eltern“ mit einer Themenreihe rund um Fragen zu Familie. Alles wurde bisher rege angenommen. Der Turnus des themenorientierten Cafés wurde inzwischen sogar wegen der großen Nachfrage von vier auf zwei Wochen verkürzt. Häufig bleibt danach noch jemand und vereinbart einen Termin für eine Einzelsprechstunde. „Die Frauen haben ein großes Interesse an Kontakt und reden offener als die Männer“, erzählt Rut Scholz. „Sie genießen die Zeit für sich in der Gruppe und nehmen sie sich häufig sehr bewusst. Die Akzeptanz dafür ist bei den Vätern in der Regel sehr hoch.“