WohnService Biebrich - Unterstützung für Biebricher Mieter  

 

 
11 Wohnbetreuer sind in Biebrich unterwegs, um hilfebedürftigen
Mietern unter die Arme zu greifen

Caritas, Wohnungswirtschaft und Landeshauptstadt haben gemeinsam in Wiesbaden-Biebrich einen zusätzlichen Service für die etwa 4.500 Mieter der GWW, der Nassauischen Heimstätte und der Geno 50 geschaffen. Die elf Wohn- und Siedlungsbetreuer des WohnService Biebrich haben im Oktober ihre Büroräume bezogen und bieten vorerst für zwei Jahre hilfsbedürftigen Mietern kostenlos Unterstützung bei der Bewältigung ihres Alltags. 

"Wir sind elf gestandene Männer und Frauen mit durchschnittlich 25 Jahren Berufserfahrung, insgesamt also 275 Jahre. Das ist Power pur zum Nulltarif für die Mieter", sagt eine Wohnbetreuerin. So groß der Erfahrungsschatz und so unterschiedlich die ursprünglichen Berufe der Wohnbetreuer auch sind, zwei Dinge haben sie alle gemeinsam: Sie sind über 50 Jahre alt und waren arbeitslos. „Mit dem Projekt wurden zunächst für zwei Jahre elf sozialversicherungspflichtige Jobs für diese Zielgruppe beim Träger Caritas geschaffen“, erklärt Sozialdezernent Arno Goßmann. „Ziel ist natürlich, diese neue Dienstleistung zu etablieren und so Menschen dauerhaft und über die Projektlaufzeit hinaus in Beschäftigung zu bringen.“

Seit Oktober 2010 sind die Wohnbetreuer jetzt in Biebrich unterwegs und tauschen Glühbirnen aus, leisten Hilfestellung in Notsituationen, begleiten zum Arzt oder zu Behörden, übernehmen Botengänge oder leeren Briefkästen und gießen Blumen bei Abwesenheit eines Bewohners und vieles mehr. Zur Vorbereitung mussten die Wohnbetreuer eine vierwöchige Qualifizierungsphase durchlaufen. Das beinhaltete Kommunikationstraining, Konfliktbewältigung, Teambildung und Schulung der interkulturellen Kompetenz.

„Wir helfen in aktuellen Notsituationen, wir übernehmen aber keine dauerhaften Dienstleistungen. Wir werden auch nicht das Treppenhaus für einen kranken Mieter putzen, wenn gleichzeitig zwei erwachsene Söhne auf der Couch sitzen“, erklärt Projektleiter Tobias Albers-Heinemann. „Das Interesse am WohnService ist groß und das Angebot wird inzwischen sehr gut angenommen. Gerade zu Beginn haben die Telefondrähte geglüht, weil die Mieter sich genauer informieren wollten“ Und Walter Barth, Einrichtungsleiter des BauHofs ergänzt: „Was auch wichtig ist: Wir haben unsere Dienstleistungen vorher genau mit der IHK abgesprochen und werden nicht in Konkurrenz zum ersten Arbeitsmarkt treten und beispielsweise Aufgaben von Handwerksbetrieben übernehmen.“

Die Wohnungswirtschaft erhofft sich durch den WohnService eine Verbesserung von Ordnung, Sicherheit und Sauberkeit in den Vierteln. „Wir unterstützen das Projekt außerdem auch im Hinblick auf unsere Mieterschaft“, erklärt ein Vertreter der Wohnungsgesellschaften. „Mieter wollen heute so lange wie möglich in ihrer eigenen Wohnung bleiben, was auch in unserem Interesse liegt. Gerade bei älteren Mietern ist es aber nötig mehr zu tun und zu unterstützen. Unsere Aufgabe geht außerdem über bauen, sanieren und vermieten hinaus. Wir wünschen uns, dass wieder Nachbarschaften und Kontakte der Bewohner untereinander entstehen. Am Ende geht damit auch eine Aufwertung der Gebiete einher.“

Das Projekt wird im Rahmen des Bundesprogramms BIWAQ – „Soziale Stadt – Bildung, Wirtschaft, Arbeit im Quartier“ durch den Europäischen Sozialfonds, das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung sowie die Landeshauptstadt Wiesbaden und die beteiligten Wohnungsunternehmen gefördert.