Caritasstiftung in der Diözese Limburg unterstützt Pflegeoase im Wiesbadener Antoniusheim mit 10.000 Euro  

Der Geschäftsführer der Caritasstiftung, Jörg Millies, übergab den Förderbescheid an die Caritas Altenwohn- und PflegegesellschaftDer Geschäftsführer der Caritasstiftung in der Diözese Limburg, Jörg Millies, hat einen Förderbescheid über 10.000 Euro für das Projekt „Pflegeoase“ an die Caritas Altenwohn- und Pflegegesellschaft mbH (CAP) übergeben. Die CAP ist Kooperationspartner des Wiesbadener Antoniusheims, in dem die Pflegeoase voraussichtlich im ersten Halbjahr 2010 eröffnet wird. „Mit der Pflegeoase unterstützen wir ein innovatives Projekt, mit dem eine neue Betreuungsform speziell für demenziell erkrankte Menschen erprobt und wissenschaftlich überprüft wird. Am Ende steht als Ergebnis fest, ob die neue Betreuungsform wirklich Vorteile für die alten Menschen bringt“, begründete Millies die Förderung des Projekts.

Acht Seniorinnen und Senioren mit weit fortgeschrittener Demenz, Schwerstpflegebedürftigkeit verbunden mit Immobilität und weitgehendem Verlust der Kommunikationsmöglichkeiten werden in die Pflegeoase einziehen. „Der Großteil der Bewohnerinnen und Bewohner unserer Einrichtungen lebt in Einzelzimmern, teilweise sind spezielle Wohnbereiche für Menschen mit einer Demenzerkrankung eingerichtet. Im Laufe der Jahre hat sich aber gezeigt, dass bei einer kleinen Gruppe von Menschen mit weit fortgeschrittener Demenz und Schwerstpflegebedürftigkeit immer wieder Zeiträume entstehen, die sie allein in ihrem Zimmer und isoliert von der Gemeinschaft verbringen. Die Pflegeoase scheint uns eine Möglichkeit zu sein, diese Menschen in eine Gemeinschaft zu integrieren und besser und individueller auf ihre Bedürfnisse eingehen zu können“, erklärt Michael Klas, Geschäftsführer der CAP.

Die Bewohner der Pflegeoase werden deshalb den Tag gemeinsam in einem Gruppenraum verbringen, der sogenannten Tagesoase. Durch die hohe Präsenzzeit einer Pflegekraft ist ständiger Kontakt zu ihr sowie zu ehrenamtlichen Helfern und Mitbewohnern möglich. Gleichzeitig soll auf diesem Weg die Früherkennung von Bedürfnissen unterstützt werden, Schmerzen durch eine intensive Therapie weitgehend ausgeschaltet und Wahrnehmungsbereiche wie Riechen, Hören und Fühlen angeregt werden. Durch die Tag- und Nachttrennung in der Pflegeoase steht den Bewohnern bei Bedarf jederzeit die Rückzugsmöglichkeit in die Schlafzimmer offen.

Darüber hinaus werden Angehörige, die sich nicht selten allein mit einem schwerstpflegebedürftigen Menschen überfordert fühlen, entlastet. Sie werden in den Tagesablauf einbezogen, gemütliche Sitzgruppen laden ein zum gelegentlichen Rückzug und zum Gespräch mit Angehörigen oder Mitarbeitern.

Das Konzept der Pflegeoase wurde in Wetzikon, in der Schweiz, entwickelt. In der Bundesrepublik gibt es inzwischen 18 Pflegeoasen mit unterschiedlichen Konzepten, in Hessen bisher nur in Witzenhausen (Nordhessen). Das Projekt im Antoniusheim wird über zwei Jahre wissenschaftlich von einer Professorin der Katholischen Fachhochschule Mainz begleitet und ist vom Kuratorium Deutsche Altershilfe (KDA) genehmigt.

Bildunterschrift: v.l. Michael Klas, Geschäftsführer der Caritas Altenwohn- und Pflegegesellschaft, Prof. Dr. iur Hans-Kurt Mees, Vorsitzender des Vorstandes Antoniusheim e.V., Folker Nehr, Mitglied der Vorstands des Antoniusheim e.V., Gudrun Fuchsberger, Pflegedienstleitung und Projektleiterin, Jörg Millies, Geschäftsführer der Caritasstiftung in der Diözese Limburg