Deutsch lernen mit Spiel und Spaß  

Lernen in den Ferien? In der Schule? Das sieht auf den ersten Blick nicht nach der bevorzugten Feriengestaltung von Viertklässlern aus. Und trotzdem: in der zweiten Woche der Herbstferien haben sich acht Schülerinnen und Schüler der vierten Klasse jeden Tag von 9:30 bis 14:30 Uhr in der betreuenden Grundschule der Justus-von-Liebig-Schule im Wiesbadener Stadtteil Erbenheim getroffen. Das Ziel: Verbesserung der Deutschkenntnisse.

„Mit dem Sprachförderprojekt bieten wir Kindern mit Migrationshintergrund eine zusätzliche Hilfe für das entscheidende vierte Schuljahr an. Aufgrund der Sprache können ihre Eltern sie manchmal beim Lernen zuhause nicht in dem Maße unterstützen wie es eigentlich nötig wäre. Bei unserem Unterricht in den Ferien erweitern sie ihre Kompetenzen in Lesen, Schreiben, Wortschatz und Grammatik“, erklärt Annemarie Brinskelle, Leiterin des Ferienkurses.

Die Mischung aus klassischem Deutschunterricht und sprachintensivem Spielen kommt bei den Kindern gut an. Der Caritasverband Wiesbaden-Rheingau-Taunus e.V. als Träger des Projekts hat den Kurs erstmals in den letzten Sommerferien für Kinder, die im neuen Schuljahr die vierte Klasse besuchen, angeboten. Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus dem Sommer waren auch jetzt im Herbst, ergänzt durch zwei Neuzugänge, wieder mit dabei.

„Eine Woche ist zwar sehr kurz für eine nachhaltige Sprachförderung und ich wollte die Kinder in ihren Ferien ja auch nicht überfordern. Ich weiß aber aus Erfahrung, dass die Schullaufbahn bei möglichst früher und intensiver Sprachförderung wesentlich erfolgreicher verlaufen kann“, sagt Annemarie Brinskelle.

Damit sich die Kinder zwischen all dem Lesen, Schreiben, Nacherzählen, Suchdiktaten und anderen Unterrichtseinheiten auch noch feriengerecht entspannen konnten, gab es auch einen gemeinsamen Ausflug mit der Nerobergbahn hinauf zum Walderlebnispfad. Am letzten Tag schließlich empfingen die Kinder ihre Eltern zu Kaffee und Kuchen – und präsentierten selbstbewusst, was sie die Woche über so gelernt und einstudiert hatten. Denn Können macht stolz.