Gelungener Tag der offenen Tür in den katholischen Kindertagesstätten  

Vom 25. bis 27. September feierten 42 katholische Kindertagesstätten in Wiesbaden, im Rheingau und im Untertaunus einen gemeinsamen Tag der offenen Tür. Jede Kindertagesstätte öffnete an einem der drei Tage ihre Pforten, präsentierte ein individuelles Programm und lud Eltern, Geschwister und alle Interessierten zum Anschauen, Herumstöbern und Fragestellen ein.

42 Kindertagesstätten, Betreuung von etwa 2.000 Kindern im Alter von sechs Monaten bis zwölf Jahren, 450 pädagogische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – soweit die beeindruckenden Eckdaten der katholischen Kitas. Für den gemeinsamen Tag der offenen Tür hatte man sich in den Einrichtungen einiges einfallen lassen, um sich von der besten Seite zu präsentieren – eine Kita organisierte ein mittelalterliches Spektakulum, eine andere eröffnete eine Straußwirtschaft, in der dritten führten die Kinder ein Theaterstück auf. Alle Einrichtungen aber boten den Gästen die Möglichkeit, einen Blick in den Alltag der Kita zu werfen, die Einrichtung zu besichtigen, vielleicht das täglich servierte Essen zu probieren und sich vor allem umfassend über die pädagogische Arbeit, die Konzepte und das Qualitätsmanagement zu informieren.


Den Anfang machte Bischof Dr. Franz-Peter Tebartz-van Elst, der bereits am Freitag die Kindertagesstätte der Gemeinde St. Elisabeth in Bad Schwalbach besuchte. Die Sorge, die Kinder könnten den Bischof ohne die Mitra vielleicht nicht erkennen, war schnell verflogen. Sie begrüßten ihn freundlich mit einem Willkommens- und ihrem eigenen Kindergartenlied, in dessen Refrain und in das dazugehörige Klatschen er bald mit einstimmte. Sichtlich wohl fühlte er sich in dem Kreis, schüttelte viele Hände, stellte interessierte Fragen an Kinder, Eltern und Erzieherinnen, dankte für den Empfang und ein eigens für ihn von den Eltern angefertigtes Familienbuch.

Neben der Präsentation Arbeit der katholischen Kindertagesstätten sollte mit der Aktion aber auch das Gemeinschaftsgefühl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Einrichtungen gestärkt werden. „Die hohe Motivation und Freude an der Arbeit ist schon bei der Vorbereitung der Aktion deutlich geworden“, sagt Dagmar Geisler, Fachberaterin für katholische Kindertageseinrichtungen im Caritasverband Wiesbaden-Rheingau-Taunus e.V.

Einen Eindruck davon bekam auch Bischof Tebartz-van Elst mit auf den Weg. Höchstens zu Weihnachten ist die St. Elisabeth-Kirche sonst so voll besetzt wie beim Pontifikalamt des Bischofs mit den Erzieherinnen und Erziehern im Anschluss an seinen Besuch in der Kita. Die Kindermusikgruppe unter Leitung von Christof Windolf und kraftvoller Gesang aus mehreren hundert Kehlen trugen zur fröhlichen Stimmung beim Gottesdienst bei, der Kinder, Eltern und Erzieher in den Mittelpunkt stellte. In seiner Predigt bezeichnete Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst katholische Kindertagesstätten als „Biotope der Wertschätzung“ und „Orte der Werteerziehung“, die wichtig für den Glauben und die Gesellschaft seien. Kinder seien in die Mitte zu stellen, denn „wo Kinder sind, da ist Gott“, der als Kind in die Welt gekommen ist. Für katholische Kindertagesstätten sei jedoch die „missionarische Qualität“ wichtiger als die „flächendeckende Quantität“.

Kurze Grußworte von Bezirksdekan Andreas Klee und der ersten Stadträtin Evelyn Kreuzer in Vertretung von Bürgermeister Hußmann auch im Namen der anwesenden ersten Kreisbeigeordneten Jutta Nothacker in Vertretung von Landrat Burkhard Albers eröffneten den Empfang für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kitas in der Stadthalle. Danach wurde die Möglichkeit, mit dem Bischof ins Gespräch zu kommen, ausgiebig genutzt. Viele zeigten sich erfreut über die Zeit, die er sich für die einzelnen Gruppen nahm, das intensive Zuhören, die interessierten Fragen und darüber, „wie gut sich der Bischof in unserer Arbeit auskennt“.

Ein weiterer Höhepunkt des Tags der offenen Tür war die Feier zum 100jährigen Jubiläum der Kindertagesstätte der Kirchengemeinde Herz-Jesu in Wiesbaden-Biebrich am Sonntag. Nach einem stimmungsvollen Familienfestgottesdienst fanden sich Kinder, Eltern und Erzieherinnen in der Kita ein und ließen sich von einer humorvollen Vorführung der Kindergartenkinder, in der alte Gedichte und Erziehungsweisheiten in die heutige Zeit übertragen wurden, unterhalten.

Im Anschluss begrüßte die Vorsitzende der KTK Regional-AG Rheingau, Untertaunus, Wiesbaden und Caritasdirektorin Barbara Handke die Anwesenden und betonte den christlichen Auftrag der katholischen Kindertagesstätten. Oberbürgermeister Dr. Helmut Müller und Sozialdezernent Arno Goßmann zollten den Kindern für ihre gelungene Vorführung Respekt und betonten die gute Zusammenarbeit der katholischen Gemeinden mit der Stadt in Bezug auf die Kinderbetreuung und das Krippenausbauprogramm. Sie brachten ihre Hoffnung zum Ausdruck, dass dies auch in Zukunft so bleiben werde. Ralf Stammberger vom Dezernat für Kinder, Jugend und Familie im Bischöflichen Ordinariat hob die Wichtigkeit der generationsübergreifenden Arbeit, wie sie von der Kindertagesstätte Herz-Jesu mit dem benachbarten Altenpflegeheim der Caritas Altenwohn- und Pflegegesellschaft gepflegt wird, hervor. Ihr Grundstein war bereits durch die Stifterin beider Einrichtungen, Eugenie Kreitz, vor hundert Jahren gelegt worden. Heiterkeit lösten bei den Zuhörern schließlich die Anmerkungen zum Ursprung der Kindertagesstätten von Diözesancaritasdirektor Dr. Hejo Manderscheid aus. Die ersten so genannten Kinderverwahranstalten waren auf Betreiben von Brandschutzversicherern entstanden. Mehrfach hatten gelangweilte und unbeaufsichtigte Kinder beim Zündeln größere Schäden angerichtet.

Kinderverwahranstalten sind die katholischen Einrichtungen heute sicher nicht. Zahlreiche Besucher haben sich über innovative Konzepte informiert mit deren Hilfe den den Tagestätten anvertrauten Kindern christliche Werte vermittelt und individuelle Begabungen gefördert werden. Eine Pfarrgemeinde mit einem lebendigen sozialen Netzwerk steht ihnen dabei unterstützend zur Seite.